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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Außen- oder Innenborder?



BigWolf
09.12.2002, 14:38
Hallo!
Ich möchte mir zur nächsten Saison ein offenes, gut trailerbares Sportboot (ca. 5m) gebarucht kaufen und bin mir über die Art der Motorisierung noch nicht im klaren. Da ich mich auf der Elbe einigermaßen souverän fortbewegen möchte, sollte die Leistung zwischen 100 und 150 PS liegen.

Wer kann mir (vielleicht aus eigener Erfahrung) die wesentlichen Vor- und Nachteile von Außen- und Innenborder zusammenstellen?

Danke für die Mühe,
BigWolf

Ralf Schmidt
09.12.2002, 17:40
Hallo BigWolf,
in der PS Klasse sind Boote mit Innen Border Boote meist preiswerter da die Außen Bord Motoren recht teuer in der Anschaffung sind.

Wenn dein Boot im Wasser liegt kannst du den Außenborder aus dem Wasser heben, dann setzen sich im Unterwasserteil keine Algen fest und der Rost hält sich auch in Grenzen.

Ralf Schmidt

felix
09.12.2002, 18:29
Original geschrieben von Ralf Schmidt

Wenn dein Boot im Wasser liegt kannst du den Außenborder aus dem Wasser heben, dann setzen sich im Unterwasserteil keine Algen fest und der Rost hält sich auch in Grenzen.

...dafür geht beim AB der Diebstahl leichter und schneller. Ich als Dieselfan muss natürlich auch noch anbringen, dass sich ein Diesel nur innen anbringen lässt...:D

Matthias Engel
09.12.2002, 18:33
Original geschrieben von felix

... Ich als Dieselfan muss natürlich auch noch anbringen, dass sich ein Diesel nur innen anbringen lässt...:D

Da muß ich dich korrigieren,
es gibt auch Diesel- Außenborder.
Wenn ich recht weiß von Yanmar in der 40 PS Klasse, die Teile sind aber verdammt schwer und teuer.

Gruß, Matthias

eurooffshore
09.12.2002, 19:13
@felix

Hast Du schon mal einen 100 bis 150 PS starken AB gehoben/getragen? Einen solchen zu klauen geht geht nicht so schnell und einfach .....

@BigWolf

Ob AB oder IB ist eine Frage des eigenen Geschmacks. Beide Varianten bieten Vor- und Nachteile. Preis, Gewicht und Wartungsfreundlichkeit/-kosten spielen eine Rolle.
Bei AB's findest Du Zweitakter mit und ohne Benzineinspritzung sowie Viertakter. IB's grundsätzlich Viertakter.

Die bauartbedingte Gewichtsverteilung hat Einfluß auf den Bootstrimm und die Fahreigenschaften. Beim AB liegt der Schwerpunkt nicht nur höher, sondern auch weiter hinten. Beim IB ist der Schwerpunkt in Richtung Bootsmitte verlagert und deutlich tiefer, wodurch sich eine bessere Balance ergibt und beim Trimm mehr Möglichkeiten gegeben sind.

alaska
09.12.2002, 19:52
Ich stand vor einem Jahr vor der selben Frage und habe mich für
den Innenborder entschieden. Der eine Grund war, daß ich
Innenborder-Boote optisch schöner finde der andere, daß
Innenborder-Motoren vom Aufbau her dem Automotor viel
ähnlicher sind und somit von der Wartung/Reparatur für mich
einfacher.

Goran
09.12.2002, 20:39
mein erstes Boot war ein Bayliner 1702 mit 50 PS AB zweitaktetr musste immer dran denken zweitaktöl mit zu kaufen und zu mischen dan war er recht laut und der spritverbrauch warr auch nicht wenig , wenn gut beladen und etwas welen an der Adria hat er fast so vill gebraucht wie mein 2 Boot Bay. 2052 mit 4,3L V6 Mecruser weil der bei gleiche fahrt nur mit halbgas unterwegs war. Und dan die Rep. beim AB keinen durchblick der IB fast wie ein PKW Motor.

Aber ich glaube das hängt 1x vom Boot ab und 1x von dem was mir besser zusagt für jeden selber.

ob dir das helfen tut weis ich nicht aber das wahe meine erfahrung ( für mich nur IB )

Gruß Goran

felix
09.12.2002, 21:04
Original geschrieben von Matthias Engel


Da muß ich dich korrigieren,
es gibt auch Diesel- Außenborder.
Wenn ich recht weiß von Yanmar in der 40 PS Klasse, die Teile sind aber verdammt schwer und teuer.

Gruß, Matthias
:D :D Während ich meine Zeilen getippt habe, hab ich mir gedacht, dass sicher ein Forumskollege den Yanmar-AB bringen wird. Daher: Natürlich ist das richtig, dass ein Diesel nicht zwingend ein Innenborder sein muss - Korrktur meinerseits.
Ich hab das Ungetüm allerdings einmal im Einsatz gesehen und daher gleich aus meiner Gedankenwelt gestrichen...:D :D

felix
09.12.2002, 21:08
Original geschrieben von eurooffshore
@felix

Hast Du schon mal einen 100 bis 150 PS starken AB gehoben/getragen? Einen solchen zu klauen geht geht nicht so schnell und einfach .....


Würdest Du mich schon einmal gesehen haben und meine chronischen Bandscheibenprobleme kennen, würdest Du sicher nicht fragen, ob ich solch einen AB schon einmal gehoben habe :D :D :D
Trotzdem musst Du zugeben, dass einfach viel mehr AB´s (auch in dieser PS-Klasse) gestohlen werden als Innenborder - manche strengen sich halt an bei Ihren kriminellen Taten...

dkx
09.12.2002, 21:09
Hallo zusammen,

eigene Erfahrung habe ich nur mit Außenbordern, aber weil ich mich für ein Innenborder-Boot interessierte, habe ich vor einiger Zeit die gleiche Diskussion schon einmal hier angeleiert. Als Resultate sind im wesentlichen die folgenden Punkte bei mir hängen geblieben, wobei ich mich in der Aufstellung auf die Nachteile konzentriere, denn das sind ja gerade die ärgerlichen Kleinigkeiten, die einem das Leben später schwer machen:

Nachteile Außenborder:
Durch wenig Möglichkeiten der Schalldämmung in der Regel lauter als Innenborder. Schwerpunkt des Bootes höher, da der Motor über der Wasserlinie sitzt, wodurch es stärker schaukelt. Preise für Außenborder sind relativ hoch und verstehen sich zzgl. eines herstellerspezifischen Rüstsatzes (jedenfalls bei Johnson). Kleine Motoren bis ca. 50 PS sind leichter zu klauen, aber bei solchen Leistungen bietet sich sowieso kein Innenborder als Alternative.

Nachteile Innenborder:
Motor und viele Nebenaggregate, sowie Auspuffanlage liegen unter der Wasserlinie, müssen durch aufwendige Systeme geschützt werden, die manchmal auch selbst kaputt sind. Einbauort des Motors erfordert Rumpfdurchbrüche unter und in der Nähe der Wasserlinie, dadurch bei älteren Booten gelegentlich Probleme mit der Dichtigkeit. Gesteigerte Feuergefahr, wenn die Belüftung des Motorraums nicht einwandfrei funktioniert. Betrieb des Motors im Innenraum bedingt besondere Kühlung (z.B. sind die Abgaskrümmer wassergekühlt = anfällig). Nur zwei Hersteller zur Auswahl (Mercruiser und Volvo). Mit Ausnahme sündhaft teurer Turbodiesel nur altbackene Motortechnik (alles GM-Blöcke), gerade bei gebrauchten Booten. Aufwendiger Wechsel der Motorisierung, aufwendige Wartung. Keine Zweitakter als ideale Motorisierung für Wenigfahrer erhältlich. Innenborder-Boote sind bei gleicher Leistung in der Regel deutlich schwerer als Außenborder-Boote. Durch den Platzbedarf des Motors bei gleicher Länge weniger Innenraum für Passagiere und Ladung. Antrieb kann schwimmend nicht vollständig aus dem Wasser gehoben werden.

Ich selbst werde wohl doch beim Außenborder bleiben, weil mir dessen Nachteile für meine konkrete Situation als weniger schwerwiegend erscheinen. Ich fahre nur wenig und halte mich mehr am Strand auf. Mein Jahresverbrauch liegt bei 100-200 Litern.

Gruß
dk

charlyvoss
10.12.2002, 08:36
Hallo BigWolf,

Du solltest Dir auch überlegen oder im Forum nachfragen ob ein 5m Boot für die Elbe sinnvoll ist. Bei meist kabbeligem Wasser wirkt ein Meter mehr oft Wunder.

Patrick
10.12.2002, 08:42
Hallo dk,

ich kann Dir da nur beistimmen. Ich habe im laufe der Jahre schon beide Bootstypen ausprobiert. Am meisten störte mich beim IB der unverhältnismäßig hohe Wartungsaufwand. Ich habe den Motor immer mit Frostschutz gespült was eine "Sauerei" war. Dann war ich mal bei meinem Bootshändler zur Durchsicht: Auspuffklappen sollte man kontollieren usw. Diese Sachen kannte ich von meinem AB nicht.
Letzten Winter war es bei uns tagelang in der Nacht unter -20 Grad. Da habe ich mir ein paar mal überlegt ob ich am Motor alles richtig gemacht habe. Den AB würde ich in diesem Fall abmachen und auf einem Gestell in den Keller stellen.
Zudem finde ich den "Biss" eines AB beim anfahren und beschleunigen so fantastisch. Dies habe ich bisher bei keinem IB erlebt.

Gruß Patrick

scorpion
10.12.2002, 10:15
Also ich fahre einen AB mit 75 PS und ein Boot mit 5m Länge.
Ich bin begeistert.
Reparaturkosten sind eigentlich recht niedrig.
Allerdings hatte ich noch keine große Reparaturkosten.

Zum Dieben:
Er wiegt 139 kg und den versuche mal zu klauen, vor allen Dingen wenn er noch gesichert ist.

Technische Probleme:
Innenborder haben, weil sie meistens sehr alt sind, mehr Technische Probleme.

das sehe ich auch so im forum. Außerdem werden bei uns in der Familie 2 Innneborder und 2 Außenborder gefahren, frag doch mal wer mehr Probleme hat.

felix
10.12.2002, 10:39
Vielleicht noch ein kleiner Unterschied: Wenn man angelt, was ja jeder vernünftige Bootsfahrer tut :D ;) :D , ist beim Landen eines grossen Fisches ein AB eigentlich immer im Weg. Ein Innenborder lässt einem die ganze "Badeplattform" als Arbeitsfläche. Für mich ist das, neben der Sache mit dem Diesel, der Hauptgrund für einen Innenborder. Dies nur der Vollständigkeit halber...;)

Nikolas
10.12.2002, 11:37
Hallo,

zum Thema Klauen: Es gab mal welche, die haben die LKW Reifen Schläuche genommen, unter den Aussenborder gelegt und abgeschraubt. Brauchte dann nur noch zum Zielort geschleppt werden, weg war er.

Und wenn man auf einem Fluß fährt, der gelegentlich auch mal weniger Wasser hat, würde ich einen AB empfehlen. Der hat nicht so viel Tiefgang und wenn man dann doch mal aufläuft, reißt man sich nicht gleich den ganzen Antrieb ab.

mfG
Nikolas

BadWolfi
10.12.2002, 12:30
Hallo BigWolf

Ich fahre selber ein 5m Boot (350kg ohne Motor) mit einem 90PS AB (175kg) und bin mit der Leistung sehr zufrieden. Auf Grund des geringen Gewichtes erreiche ich den selben TOP-Speed wie z.B. ein 6m langes Maxum mit 240PS!. Und das ganze bei einem durchschnittlichen Verbrauch von unter 15 Liter in der Stunde. (max. Verbrauch 28 Liter). Der Topspeed liegt lt. GPS mit meiner neuen Schraube bei 76 km/h.

Natürlich muß man Abstriche beim Komfort machen. Da Boote in dieser Klasse meistens ein flach auslaufendes Heck haben (also ein sehr schwaches V) setzten sie beim Gleiten mit Wellen sehr hart auf.

Bei einem Beschleunigungsrennen habe ich übrigens die Schnauze um Lichtjahre vorne. Ich komme in unter 2 Sekunden ins Gleiten und erreiche den Topspeed vom Stand weg nach 15 Sekunden. Das oben genannte Maxum braucht für die selbe Übung schon einmal mind. 10 Sekunden (optimistisch geschätzt) um überhaupt ins gleiten zu kommen.

Bilder gibts unter www.members.aon.at/superlupo

Grüße aus Wien
BadWolfi

felix
10.12.2002, 13:10
Original geschrieben von BadWolfi
Bilder gibts unter www.members.aon.at/superlupo

Grüße aus Wien
BadWolfi
Sollte das Photo des neuen Autos vor Deiner Haustüre aufgenommen worden sein, wohnst Du ganz in der Nähe von mir...:D ;)

hilgoli
10.12.2002, 14:48
Hallo,

beim Kauf hatte ich auch die Qual der Wahl da es mein Boot baugleich mit IB oder AB gibt. Der Preis spielte keine Rolle da bei Varianten etwa den selben Preis haben.

Ich habe mich aus 3 Gründen für die Ab Variante entschieden.

1.: Der Gewichtsunterschied von ca 200 Kg, Dadurch kann ich das Boot auf einem 1800 Kg Trailer ziehen und musste nicht das erst 4 Monate alte Auto wieder mit Wertverlust verkaufen.

2. Bei der AB Version sitz der Tank dort wo beim IB der Motor sitzt und das Boot hat einen riesigen Stauraum im Cockpitboden. Beim IB fällt der Stauraum fast komplett weg, weil dort der Tank liegt.
Auf die nicht durchgehende Badeplattform können wir gut verzichten.

3 Der AB ( 140 PS Suzi Viertakt) ist m.E. plegeleichter - servicefreundlicher als der IB und unkritischer im Flachwasser. ( Bucht- Strandanfahren etc.)

Traurig finde ich nur das die angeblich super modernen 4 Takt Ab`s in den Test`s praktisch den gleichen Spritverbrauch haben wie die UrAlt GM Blöcke mit Vergaser. An einem 6 Meter Boot verrbaucht ein 4,3 Liter IB auch nur unwesentlich mehr wie ein 130-140 PS AB. Also Spritverbrauch ist wohl kein Kaufkriterium.


Am Ende ist es denke ich einfach eine Glaubensfrage.
Im Ausland ( USA, Skandinavien, Frankreich ) ist aus verschiedenen Gründen der AB Anteil übrigens wesentlich höher als in D_Land.

Gruß vom AB Fahrer

Axel
10.12.2002, 15:27
hilgoli schrieb



Traurig finde ich nur das die angeblich super modernen 4 Takt Ab`s in den Test`s praktisch den gleichen Spritverbrauch haben wie die UrAlt GM Blöcke mit Vergaser. An einem 6 Meter Boot verrbaucht ein 4,3 Liter IB auch nur unwesentlich mehr wie ein 130-140 PS AB

Was sagt uns dieses? Älter ist nicht gleichbedeutend mit schlechter :rolleyes:

Gruß Axel

BadWolfi
10.12.2002, 16:23
@hilgoli

Also ganz so stimmt das aber nicht mit dem Spritverbrauch.

Leider ist der DF140 in der Testdatenbank nur mit einer Crescent(aus Schweden) vertreten. Der Rumpf dürfte ein recht tiefes V haben und dadurch für Top-Speed und Verbrauch nicht wirklich optimal sein.

Wenn wir aber mal 2 ähnliche Boote vergleichen, dann sehen wir da doch deutliche Unterschiede zwischen Suzuki und zB 4,3L Mercruiser.

Boot Crescent mit Suzuki DF140 6,16m Testgewicht 1250kg

Vmax 66,2km/h 0,69l/km = 45,7 Liter pro Stunde

Boot Bayliner mit MerCruiser 4.3l Alpha 5,74m Testgewicht 1450kg

Vmax 74,4km/h 0,87l/km = 64,7 Liter pro Stunde

Das sind immerhin 19 Liter pro Stunde Vollgas Unterschied!!!

Ich weiß nicht ob man die 2 Motoren wirklich so vergleichen kann? Der MerCruiser hat 50PS mehr Leistung und fast das doppelte an Hubraum. (wiegt dafür aber deutlich mehr) Wieso sollte der dann weniger verbrauchen? Fast kein Unterschied im Spritverbrauch würde ich mich aber nicht zu sagen trauen.

Grüße
BadWolfi

Sigi S.
10.12.2002, 18:53
Fahre mal mit dem Mercruiser 66,2km/h und schau dann was der dann verbraucht, aus eigener Erfahrung weis ich das er dann wessendlich weniger verbraucht.

Gruß Sigi

dkx
10.12.2002, 19:02
Der Verbrauch dürfte in erster Linie vom Bootsgewicht abhängen. In zweiter Linie spielen sicher auch technische Unterschiede eine Rolle, z.B. Benziner/Diesel, 2-/4-Takt, Vergaser/Einspritzer, Direkteinspritzung, Elektronik usw. Daß es aber einen Einfluß auf den Verbrauch haben soll, ob der Motor nun über oder unter der Wasserlinie sitzt, das müßte mir mal einer plausibel erklären.

Gruß
dk

Sigi S.
10.12.2002, 20:49
Das hat sicher keinen Einfluß auf den Verbrauch, ich meinte nur, das der Innenboarder ca. den gleichen Verbrauch bei gleicher Geschwindigkeit und gleichen Bootsgewicht haben wird.
Benziner/Diesel, Vergaser/Einspritzer, Direkteinspritzung, Elektronik usw haben relativ geringe Unterschiede beim Verbrauch, denn für eine bestimmte Leistung braucht ein Motor halt eine bestimmte Menge Sprit, daran wird sich auch durch neue technik nichts ändern.

Gruß Sigi

BadWolfi
11.12.2002, 00:06
Original geschrieben von dkx
Der Verbrauch dürfte in erster Linie vom Bootsgewicht abhängen. In zweiter Linie spielen sicher auch technische Unterschiede eine Rolle, z.B. Benziner/Diesel, 2-/4-Takt, Vergaser/Einspritzer, Direkteinspritzung, Elektronik usw. Daß es aber einen Einfluß auf den Verbrauch haben soll, ob der Motor nun über oder unter der Wasserlinie sitzt, das müßte mir mal einer plausibel erklären.

Gruß
dk

In zweiter Linie hängt der Verbrauch mit Sicherheit von der Rumpfform ab. In meiner Marina liegt ein Bombardier - Schlauchboot mit selber Länge und ziemlich gleichem Gewicht.
Dieses Boot hat um 25PS mehr Leistung und fährt aber im Top-Speed um gut 15 km/h langsamer als ich.
Schuld daran ist der tiefe V-Rumpf der dem Boot wirklich ganz hervorragende Rauwassereigenschaften gibt. So ein Boot springt nicht über die Wellen, sondern schneidet großteils durch. Und wenns doch einmal springt dann setzt es wesentlich weicher ins Wasser ein.

Der Wasserwiderstand bei Speed ist einer der erheblichsten Spritkiller. Da können schon geringste Veränderungen an der Rumpfform erhebliche Performenzunterschiede bringen. Z.B ein höher hängen des AB´s um nur 5-7cm bringt im Topspeed etwa 3-4 km/h.

Grüße
BadWolfi

hilgoli
11.12.2002, 07:26
Hallo

@badwolfi ich habe den Spritverbrauchvergleich auf identische Fahrzustände ( Geschwindigkeit) bei vergleichbaren Booten bezogen. Und da fällt auf das bei gleicher Geschindigkeit ( z.B Marschfahrt von 20-25 Knoten) der Verbrauch des 4,3 Liter praktisch identisch ist. Der Mehrverbrauch liegt erst bei der höheren Topspeed an. Noch viel schlimmer finde ich das ein 3,0 Liter IB mit seiner uralt Vergasertechnik eher noch weniger verbraucht als die modernen mit all den eben beschriebenen Spritsparverbrauchesdetails ( Elektronische Einspritzung und Zündung etc)ausgestatteten AB`s gleicher Leistung.
Zumindestens ist das in Gleitfahrt so. Wer viel rumtuckert oder im Leerlauf vor Schleusen wartet hat dann evtl doch noch Vorteile durch die moderne Technik.
Will meinen neuen Motor dann nicht weiter schlechter machen als er ist +ggg

Gruß

Oliver

BadWolfi
11.12.2002, 14:40
@hilgoli

Ich gebe Dir recht, daß nach Durchsicht der div. Tabellen der Suzuki wirklich nur eher unterdurchschnittlich abschneidet. Gerade im Teillastbereich müßte ein Einspritzer gegenüber einem Vergasernotor wesentlich besser abschneiden.

Ich führe das aber nicht auf den Motor, sondern vermutlich auf das Boot zurück. Boote aus dem Norden Europas sind ja für ihre guten Rauwassereigenschaften bekannt. Dadurch liegen sie aber auch leider tiefer im Wasser. Wir sehen ja schon an der niedrigen Endgeschwindigkeit, daß die Gleiteigenschaften nicht die besten sein dürften. Bei meinem Bootshändler (Grosse G.P.S) liegt eine GIUBILEO (Werft Ranieri) mit einem 150PS Evinrude. Das Boot (5,60m ca. 530kg ohne AB) rennt echte 90 km/h. Ich denke, daß an so einem Boot der Teillastverbrauch deutlich besser wäre.

Wirklich aussagekräftig wäre es nur das gleiche Boot einmal mit IB und danach mit AB zu testen. So nach meinem Hausverstand müßte sich da ja ein AB schon auf Grund des geringeren Gewichtes (und modernerer Technik) klar durchsetzen. Aber das ist alles nur Spekulation und leider von mir nicht ausgetestet :confused:

Herzliche Grüße
BadWolfi

Stephan C.
11.12.2002, 15:41
Original geschrieben von BadWolfi
Hallo BigWolf

Ich fahre selber ein 5m Boot (350kg ohne Motor) mit einem 90PS AB (175kg) und bin mit der Leistung sehr zufrieden.
BadWolfi

Hi BadWolfi,

auf dem Foto ist zu erkennen, dass Deine Ranieri eine Azurra ist. Soviel ich weiss wird von der Werft für die Azurra eine Motorisierung vom max. 75 PS empfohlen.

Mich würde interessieren, wie sich das bei max. Geschwindigkeit auswirkt. Hat das Auswirkungen auf das Fahrverhalten oder sind die zusätzlichen 15 PS zu vernachläsigen?

Neugierige Grüße,
Stephan

BadWolfi
11.12.2002, 21:33
@Stephan

Was die Fahreigenschaften meines Bootes betrifft bin ich selber sehr zweigespalten.
Die Fahrleistungen sind für ein 90PS Boot wirklich sehr beachtlich.
Das Boot springt praktisch mit dem ersten Gasschub aus dem Wasser und beschleunigt zügigst in einem Zug auf einen Top-Speed von 76km/h.(Mit original Aluprop 14x19 auf 71km/h) Die Beschleunigung entspricht etwa meinem alten Golf III TDI 90PS im 2ten Gang. Ich fahre vom Stand weg in ca. 13 Sek auf Top-Speed.

Jetzt kommt aber die Kehrseite der Medaille.
Durch das flach auslaufende Heck ist das Boot schon bei geringstem Wellengang unfahrbar. Ab einer Wellenhöhe von ca. 50cm ist ein schnelles gleiten einfach unmöglich. Das Boot fängt dann an zu springen und setzt derartig hart auf, daß selbst meine noch jugendlichen Bandscheiben um Hilfe schreien. Der Sprung über die Heckwelle eines Schubverbandes (schätze die Wellenhöhe mal auf 1m) ist bei Vollgas mit diesem Boot sicher ein sehr gefährliches Risiko. Dazu kommt noch, daß sich das Boot im Sprung durch den Hilfsmotor um die Längsachse dreht.

Ein weiteres Manko ist, daß der Motor für dieses leichte Boot sicher zu schwer ist. Wenn ich 2 schwere Passagiere hinten sitzen habe komm ich definitiv nicht ins Gleiten. Das Boot stellt sich dann auf und den AB drückt es schon fast unter Wasser.

Alles in allem haben sich die Ingenieure von Ranieri sicher was überlegt wenn sie diesem Bootstyp nur 75PS zumuten wollen.
Obwohl vom Motorschild sollte das Boot sogar 130 PS aushalten. Angeblich ist das Heck gleich stark gefertigt wie die um 45cm längere Soverato.

Zum Glück haben wir in Wien auf der Donau meistens spiegelglattes Wasser. Bei solchen Verhältnisen fahre ich dann komfortabel wie in einem PKW. ;)

Übrigens das Schwesterschiff aus dem Nachbarhafen (4-Takt Suzuki DF70) läuft so zwischen 55 und 60km/h. (Aluprop)
Leider geht der Kollege immer vom Gas wenn ich daher komme, so kann ichs nicht ganz genau sagen.

Grüße aus dem im Moment eisigen Wien (-8 C brrrrrrrr)
BadWolfi

Sundancer
17.12.2002, 20:03
Hallo!
Das ein AB im direkten Vergleich mit einem gleichstarken (Benziner-)IB weniger "Biß" hat mag ja noch stimmen, aber hast du schon mal gesehen wie ein Diesel abgehen kann?
Ich hatte zum Beispiel mal eine Biam 620 mit VP TMD 22 (Turbodiesel mit 76 PS, Verbrauch ca. 3-12 l/h) das gute Stück hat bis zur Höchstgeschwindigkeit noch so ziemlich jeden AB und auch die meisten größeren IB abgehängt. Leider war das Boot ein Halbgleiter, so daß bei ca. 16-17 kn Schluß war, aber trotzdem:Auch IB haben Biß!!! :D :D :D

BadWolfi
18.12.2002, 06:46
@Sundancer

Bei einemBoot mit so einer niedrigen Höchstgeschwindigkeit wird auch die Steigung der Schraube sehr flach sein. Das ist so wie wenn 2 gleichstarke Autos ein Beschleunigungsduell machen.
Nur der eine fährt mit dem ersten und der andere mit dem zweiten Gang weg.......:eek:
Ich würde den Dieselhalbgleiter gerne sehen wenn ich mir anstelle einer 19 Zoll Schraube eine 10 Zoll Schraube montiere.:D

Grüße
BadWolfi

dieterLB
29.12.2002, 12:56
hallo sportsfreunde,
an einen aspekt IBvsAB habt ihr nicht gedacht:
die IB haben immer den aufwändigen,wartungsintensiven und anfälligen Z-Antrieb.
das entfällt beim AB (nur Getriebeölwechsel)
meine empfehlung: einen modernen 2takt-direkteinspritzer.
der ist leicht, bissig und schnell. undverbraucht nicht mehr als ein 4-takter. (siehe boote-test). und
lieber etwas übermotorisieren.

grüßle dieter (mit 30 jahren AB-Erfahrung)

C. Goldberg
29.12.2002, 14:25
Dem kann man eigentlich nur zustimmen. Siehe Posting zu Mercury im Themenbereich Motoren.
CG