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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Peragoscheibe oder Nadelhammer



Yogi
15.10.2006, 08:46
Ich möchte alte Farbschichten an meinem Unterwasserschiff (Stahlboot) entfernen. Mir sind dafür diese 2 Möglichkeiten genannt worden. Hat jemand damit Erfahrung? Welche Möglichkeit ist empfehlenswert?

balticskipper
15.10.2006, 09:02
Der Nadelhammer ist effektiver und verursacht auch nicht ganz so viel Staub.
Außerdem kommst Du mit dem Nadelhammer auch in Vertiefungen und so den gesammten Rost weg.
Beim Schleifen geht dies nicht.
Noch besser ist Strahlen, aber in der Zwischenzeit mit vielen Auflagen verbunden.

Ahoi Balticskipper:)

Götz
16.10.2006, 22:04
Hallo Yogi

das stimmt, der Nadelentroster staubt nicht, bzw. wenig. Die Teile, die er freisetzt sind relativ groß und sie fliegen auch nicht weit. Deswegen und vor allem wegen der Effektivität ist er in der Schifffahrt so beliebt. (Jedenfalls hier im Rheinstromgebiet)

Die Grenzen des Nadelentrosters hab' ich auch erlebt: wenn das Blech dünn ist, dann dopst er Dir in die Hand zurück und es geht praktisch nichts mehr. Das ist bei gewölbtem Blech weniger, wegen der Formstabilität. Unterwasser hab' ich nichts gemacht, dafür aber über Wasser umso mehr. Wir haben 40cm Spantabstand und 3mm Blech. Da gibt es, wenn keine Formstabilität da ist, schon recht viele Stellen, wo es nicht geht und der Nadelentroster zurückschlägt, wenn man von innen nichts gegenhalten kann.

Ein anderer Vorteil des Nadelentrosters ist: Er macht den Stahl nicht blank. Je nachdem, welchen Farb-Aufbau Du hast und welcher Untergrund früher mal benutzt worden ist, kann das ein Vorteil sein. Er erhält die alte Porenfüllung der Stahloberfläche, er "verletzt" die Stahloberfläche nicht. Für mich und für unser Schiff ist das ein Vorteil (für mache ist das nichts Positives). Die Schiffahrt hat das immer als Vorteil betrachtet, das basiert wohl auch auf alten Erfahrungen, damals hat man viel mit Leinöl grundiert. Ich sehe auch bei uns gute Langzeit-Ergebnisse auf dieser Basis.

Die Alternative ist: Abstoßen. Per Hand. Mit dem Stoßeisen.
Ist garnicht so schlimm, z.B. wenn es nur darum geht, die Flächen zu schaffen, auf denen der Nadelentroster nicht weiter gekommen ist, weil es "gedopst" hat.
Ich hab' in Nachbarschaftshilfe Nachbars ganzes (naja, jedenfalls fast!) Wohnschiff abgestoßen und danach noch mir ne "gemütliche" Arbeit gesucht...
Es kommt auf das richtige Werkzeug an, eine Vernünftige Arbeitshaltung (nicht über Kopf!) und immer wieder Nachschleifen des Eisens. Dann gehts.

Die moderne Nachfolge des Stoßeisens ist der Elektroschaber. Eine Wohltat!!! Es gibt die z.B. von Bosch, aber auch von anderen. Der stößt so, wie das Stoßeisen, nur daß da eben ein Elektromotor arbeitet, und nicht Du. Du hältst nur gegen. Sabine (meine Frau) ist auch ein Elektroschaber-Fan. Du schaffst damit wirklich alles, und es geht leicht. Man glaubt es nicht, wenn man es nicht probiert hat. Die Einsatzwerkzeuge dazu kann man sich zurechtschleifen, wie man sie braucht, ein Segen für die Besitzer alter Stahlschiffe.

Schönen Gruß und viel Spaß

Götz